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Viele Wege führen durch Königshoven

Als der Beschluss 1969 fiel, dass Königshoven dem Braunkohlentagebau zum Opfer fallen sollte, waren die meisten der Dorfbewohner wahrscheinlich traurig. Viele Menschen in unserer Region konnten diese Gefühle aufgrund eigener Erfahrungen wohl gut nachvollziehen. Ich auch, denn ich kann die Orte meiner Kindheit nie mehr wiedersehen. Keine noch so weite Reise würde daran etwas ändern.

Der Ort Königshoven (alt) wurde 1443 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Was Jahrhunderte und zwei Weltkriege überdauerte, wurde der Energiegewinnung geopfert, wie so viele andere auf ewig verlorene Gemeinden und Orte in Deutschland und auch anderswo auf dieser Welt.

Von Demonstrationen gegen die Maßnahmen ist mir (Jahrgang 1953) nichts in Erinnerung. Was natürlich nicht heißt, dass es damals keine gegeben hätte.

Die Umsiedlung selbst fand im Zeitraum von 1976 bis 1986 statt. In den zehn Jahren entwickelte sich das neue Königshoven.

Diesem Dorf merkt jeder Besucher an, mit wie viel Liebe und Sinn fürs Detail die Menschen, die hierfür die Verantwortung getragen haben, dabei vorgingen.

Ich bin in Bedburg geboren und lebe mit meiner Frau inzwischen schon seit 1995 in Königshoven. Laut Wikipedia wohnen hier ungefähr 1.900 Menschen. Am 1. Januar 1975, also noch vor dem Start der Umsiedlung, wurde der Ort in die Stadt Bedburg eingemeindet. Ein Umstand, der – wenn ich es richtig erinnere – nicht von allen Königshovenern gut aufgenommen wurde. Aber das ist lange her.

Den ganzen Ort durchziehen breitangelegte Gehwege, die ich in anderen Orten so noch nie entdeckt habe. Ich habe das Internet nach Hinweisen darauf durchsucht, wer die Idee gehabt hat. Leider fand ich keine Infos. Obwohl wir hier viele Alternativen haben (z.B. den Kasterer See und seine Umgebung), die zu Spaziergängen einladen, benutzen meine Frau und ich uns sehr gerne die Wege hier im Ort.

An einigen Stellen liegen am Rand der Wege Kinderspielplätze. Auf den Wegen begegnen uns Kinder auf ihren Scootern, Rollern oder Fahrrädchen. Oft wohnen sie gleich in den umliegenden Häusern. Sie haben das Glück, gleich hinter ihrem Haus sichere Wege und Spielplätze in unmittelbarer Nähe ihres Zuhauses zu finden und nutzen diese Möglichkeiten offenbar gern.

Mit meinem Großneffen besuche ich gern den einen oder anderen Spielplatz. Dort ist es in der Regel ruhiger als auf größeren Spielplätzen in der Umgebung.

Spielplatz bei Alt-Kaster
Sand schippen
Spielplatz am Spazierweg
Zum anderen Gerät

Auch meine Frau und ich benutzen gern die Bänke, insbesondere dann, wenn die Sonne scheint.😁 Hoffentlich bleibt uns der Spätsommer noch ein kleines bisschen erhalten.

Auf der Website der Stadt Bedburg wird von einem Vogelschutzgehölz geredet, das zwischen den Orten Kaster und Königshoven liegt. Ich nenne dieses „Gehölz“ lieber Dorfpark. Er zieht sich an den Teilen des Ortes vorbei. Manche Anwohner haben echtes Glück. Ihre Grundstücke streifen das „Vogelschutzgehölz“. Diese Ruhe und den Ausblick kann man sich nur wünschen. Von unserem Balkon aus, sehen wir ins Grüne – einen Teil des Parks.

Dort wurden im letzten Jahr übrigens erstmals Blühwiesen angelegt über die ich hier häufiger berichtet habe. Sie haben es mir so angetan, dass ich in diesem Jahr oft dorthin gelaufen bin, um noch mehr Fotos zu machen. 😍 Die Blühwiesen sind natürlich längst braunen Flächen gewichen. Ich wünsche mir, dass es im kommenden Jahr wieder so wunderbar blühen wird. Die Chancen dafür stehen gut, denn der Boden für die nächste Pracht ist wahrscheinlich schon bereitet. Jedenfalls kümmert man sich, wie man sieht, darum.

Blühwiese
Ausgeblühte Blühwiese im Park
Spielplatz an einem Spazierweg
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Grünstreifen sind gelb-braun

Unter dem Begriff „Grünstreifen“ kann man verschiedene Sachen verstehen. Irgendwie scheint er mit dem Verkehrsrecht zu tun zu haben. Für mich hat der Name eher etwas mit Natur zu tun, jedenfalls mit einem Rest davon.

Wiktionary findet, ein Grünstreifen sei ein „schmales, längliches Gelände mit Grünpflanzen„.

Mir fällt auf, dass die Rasenflächen, inklusive der Vorgärten vieler Häuser in diesem Jahr nicht grün, sondern mehr gelb-braun gefärbt sind. Sie sind das schon seit dem Vorsommer. Nur die großen Wiesenflächen scheinen sich in unserer Gegend von der Tortur des letzten Sommers erholt zu haben.

Juli 2018

Im vergangen Jahr habe ich mich eines jungen Baumes direkt vor unserem Haus angenommen und ihm abends (während einiger Wochen) ein paar Eimer Wasser spendiert. Zum Glück hat’s er den letzten Sommer wider Erwarten überlebt. Er ist im Frühling ergrünt und wirkt auch jetzt noch ganz zufrieden.

Juli 2019

Für mich ist es fast überraschend, dass die beiden Stare auf dem „Grünstreifen“ vor unserem Haus ja irgendwie fündig werden.

Grünstreifen vor unserem Haus

Ich erinnere mich, wie die Freiwillige Feuerwehr Ende der 1970er Jahre den Rasen im hiesigen Schwimmbad gewässert haben. Das waren Einsätze, die ich besonders gern hatte. Anschließend gingen wir (im dann schon leeren Bad) schwimmen und grillten uns danach etwas. In dieser Zeit gab es auch Trockenzeiten, während derer die Rasenflächen ziemlich gelitten haben.

Mit dem, was im vergangenen Sommer passiert ist, lässt sich das nicht vergleichen. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir hier in meiner Heimat so einen anhaltend heißen und trockenen Sommer bisher schon einmal erlebt hätten. Allerdings hätte ich auch Stein und Bein geschworen, dass es hier keine Tornados gäbe und auch keine Gewitter im Winter. Aber da bin ich inzwischen eines Besseren belehrt worden.

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Winnetou in Weilers „Scala“ gucken

Diese kleine Geschichte hatte ich damals, am 6.2.2014, bei 2Bier.de zum Anlass des 85. Geburtstages von Pierre Brice geschrieben. Heute wissen wir, er hat uns keine eineinhalb Jahre später für immer verlassen. Dieser große Held meiner Kindheit und der von Hunderttausenden anderer Kids in den 1960er Jahren. Erst vor Kurzem starb der Komponist Martin Böttcher, dessen Melodien untrennbar mit den Karl – May – Geschichten verbunden bleiben werden.

Winnetou-Darsteller, Pierre Brice, ist heute 85 Jahre alt geworden. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für den bevorstehenden Umzug von Frankreich nach Deutschland.

An diesem Sonntag war das Kino bis auf den letzten Platz gefüllt. Ein Parkett-Sitzplatz für die Jugendvorstellung kostete 1 Mark. Um 15 Uhr ging’s los. Das war 1965. Für den Film Winnetou III war kein Platz mehr zu bekommen. Ausverkauft! Und ich war zu spät. Das durfte, das konnte einfach nicht sein. Der Weg vom Sonnenhof bis zur Scala war aber zu Fuß doch ganz schön weit.

Das Ehepaar Weiler betrieb damals eines der beiden Kinos in Bedburg. Für die Kids, die keinen Sitzplatz mehr bekommen hatten und die jetzt mit langen Gesichtern dastanden, stellten sie kurzerhand ein paar Wohnzimmerstühle ins Kino. Für einige von uns reichte das zusätzliche Platzangebot – zum Glück auch für mich. Andere hatten weniger Glück. Sie standen auf den Fluren des Kinos und warteten auf das Ende der “Winnetou„- Triologie. [1]. Keiner von uns ahnte, dass der kommerzielle Erfolg später noch zu einem vierten Winnetou- Film führen würde. Das war erst 1998. Dieses Filmgenre war zu dieser Zeit für mich nicht mehr interessant. 😆

Erlaubt war die „Sonderbestuhlung“ vermutlich schon damals nicht (der deutsche Brandschutz etc.). Meine Freunde und ich hatten Gott sei Dank Herrn und Frau Weiler, die uns ermöglicht haben, sitzend dabei zu sein. Solchen Andrang bzw. so volle Kinos kennt man, glaube ich, heute längst nicht mehr. Ich erinnere mich, dass es in den 1970er Jahren noch einmal einen Film gab, der ähnliche Begeisterung ausgelöst hat. Er hieß: „Saturday Night Fever„. Hauptdarsteller war ein gewisser John Travolta.

Einen Starrummel, der auch mit der heutigen Hysterie zu vergleichen gewesen wäre, gab es damals wohl noch nicht. Obwohl… einen Starschnitt von Pierre Brice und Lex Barker gab es in der Bravo auch damals schon. Auch in meinem Zimmer hing ein Riesenposter mit Pierre Brice.

Damals, als nicht mal 12jähriger waren die Karl-May-Filme für uns das etwas ganz Wunderbares. Wir waren fasziniert, die Figuren der Filme waren unsere Idole. Übrigens einschließlich Sam Hawkens, alias Ralf Wolter.

Kroatien Drehort Karl May
Kroatien

Die Filme spielten auch für damalige Verhältnisse enorm viel Geld ein. Über 10 Mio. Zuschauer sollen die Filme gesehen haben. Winnetou III war 1965 der erfolgreichste Film in Deutschland. Übrigens wurde Winnetou I mit einem für damalige Verhältnisse hohen Aufwand gedreht. Es wurden beispielsweise 50.000 Statisten bei den Dreharbeiten eingesetzt. Für Deko und Reiterei alleine wurden 600.000 Mark ausgegeben. Gemessen an Hollywood – Orgien ist das bescheiden aber für den Film eines deutschen Produzenten war das sehr viel Geld. Gedreht wurde der Film übrigens im damaligen Jugoslawien (Dalmatien).

Die gekünstelten Dialoge, die gedrechselten Sätze passen nicht mehr in unsere heutige Zeit. Ich muss mitunter wirklich lachen, wenn ich mir heute Szenen aus den Filmen ansehe, die für mich damals das Größte überhaupt gewesen sind. Aber das passiert nicht nur bei Karl-May-Filmen, sondern bei vielen anderen alten Filmen auch.

Egal, eine schöne Erinnerung sind alle Karl-May-Filme (und natürlich auch die Bücher) bis heute für mich geblieben.

Und der allertollste der Filme war für mich immer Winnetou I. Es gab davor schon die Verfilmung “Der Schatz im Silbersee”, den ich selbstverständlich auch schon gesehen hatte und der sicher ein bisschen auch den Grundstock für unsere hohen Erwartungen für den neuen Film geweckt hatte.

Wichtig waren Pierre Brice und Lex Barker. Die anderen Schauspieler waren eher Nebensache. Sam Hawkens, alias Ralf Wolter mal ausgenommen. Dabei war auch Götz George dabei. Schimanski war noch in weiter Ferne *lol*. Außerdem waren Herbert Lom, Karin Dor, Eddi Arent, und Marianne Hoppe dabei. Allesamt waren sie bekannte Schauspieler ihrer Zeit, Lom sogar ein Weltstar. Er spielte zum Beispiel in Tolstoi-Verfilmung von “Krieg und Frieden” Napoleon Bonaparte.

Mit den ersten Erfolgen der Karl-May-Verfilmungen wurde ein regelrechter Hype ausgelöst. Die Kinovorstellungen waren immer ausverkauft. Sicher, es gibt auch heute noch begeisterte Fans. Man denke nur an Harry Potter oder die fantatische „Herr der Ringe“-Verfilmung. Aber Winnetou war einfach ganz besonders.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb damals in einer Kritik:

„WINNETOU 3. TEIL ist technisch perfekt gemacht, die pyrotechnischen ebenso wie Unterwasserszenen imponieren, wie die Ritte, die katzenhafte Geschmeidigkeit Winnetous oder die Art und Weise, wie Old Shatterhand gleichzeitig dreizehn Feinde im Nahkampf knock-out schlägt. Das gereichte jedem Western zur Ehre.“

Das halte ich für etwas übertrieben. Nur 3 Jahre nach Winnetou III kam ein richtiger Western in die Kinos. Er hieß „Spiel mir das Lied vom Tod„. Und der wurde in einem Kino in Köln über viele Jahre gezeigt. Ich kann mich gar nicht erinnern, ob es je einen Film gegeben hat, von dem man das ebenfalls sagen könnte.

Darsteller Winnetou I:
Old Shatterhand – Lex Barker
Winnetou – Pierre Brice
Santer – Mario Adorf
Nscho-tschi  – Marie Versini
Sam Hawkens  – Ralf Wolter

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Königshoven – Das Dorf mit Zukunft

Dass Königshoven, nicht nur für mich, ein wunderschönes Dorf ist, muss ich nicht schon wieder betonen. Meine spontan mit dem Smartphone geknippsten Schnappschüsse belegen das ebenso wie andere Fotos von hier und aus der näheren Umgebung.

Park Königshoven

Unser Dorf erlangte auch über die Stadtgrenze von Bedburg Bekanntheit. Vor wenigen Tagen gewann Königshoven den Preis „Unser Dorf hat Zukunft„. Dieser ist mit 1.500 Euro dotiert. Königshoven wird damit auch an dem landesweit ausgeschriebenen Wettkampf teilnehmen.

Bedburg-Königshoven erhält für den ersten Platz 1500 Euro und wird für den Landeswettbewerb vorgeschlagen. Kerpen-Manheim-neu erhielt für Platz zwei 1000 Euro. Die Jury will den Ort für eine besondere Würdigung auf Landesebene vorschlagen. Hürth-Stotzheim und Kerpen-Mödrath erhalten jeweils 800 Euro, Bergheim-Glesch und Pulheim-Dansweiler jeweils 600 Euro.Quelle: Bedburg: „Unser Dorf hat Zukunft“: Königshoven überzeugt mit klimafreundlicher Siedlung | Kölnische Rundschau | LINK

Ich persönlich habe leider keine Ahnung, was genau mit „klimafreundlicher Siedlung“ gemeint ist. Die identischen Berichte in Kölner Stadt-Anzeiger und Rundschau geben darüber leider keinen Aufschluss. Dort habe ich auch keine anderen Berichte über dieses Thema gefunden.

Es wäre toll, wenn Sie in den Kommentaren zu meinem Artikel dazu vielleicht ein paar Infos mit uns teilen würden. Herzlichen Dank dafür.